{"address":"Bernhard-Nocht-Stra\u00dfe 1-3","category_id":null,"city":"","comment":"Foto im Text: Initiative in Remembrance of Yaya Jabbi","content":"Zuvor war er auf St. Pauli mit 1,65 Gramm Marihuana festgenommen worden. Eine geringe Menge, die normalerweise als Eigenbedarf gilt und daher strafrechtlich meist nicht verfolgt wird. In Hamburg liegt die Obergrenze f\u00fcr den Eigenbedarf bei sechs Gramm. Jabbi musste f\u00fcr den Besitz von knapp eineinhalb Gramm Marihuana f\u00fcr einen Monat in Untersuchungshaft. Aktivist:innen kritisieren das Vorgehen und sagen, dass es nur einen peinlichen Anruf bei den Eltern gegeben h\u00e4tte, w\u00e4re Yaya Jabbi wei\u00df und aus Blankenese gewesen. Die politische Auseinandersetzung um einen Gedenkort f\u00fcr Yaya Jabbi wird von den Angeh\u00f6rigen und der _Initiative in Gedenken an Yaya Jabbi_ fortgef\u00fchrt. Ziel ist es, ein w\u00fcrdiges und kritisches Gedenken an den Tod von Yaya Jabbi zu schaffen. Dazu geh\u00f6rt neben den j\u00e4hrlichen Gedenkkundgebungen an seinem Todestag auch die Benennung eines bislang unbenannten kleinen Kreisververkehrs am Park Fiction.\r\n\r\n<img\r\nsrc=\"https://rememberjajadiabi.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/319/2018/02/20180218_1613191-768x576.jpg\">\r\n\r\n2018, am Jahrestag seines Todes 2018 brachte die _Initiative in Gedenken an Yaya Jabbi_ ein Strassenschild und eine Gedenkplakette auf dem Yaya Jabbi Circle an. Nur wenige Stunden sp\u00e4ter wurden diese vom Bezirk Hamburg Altona mit schwerem Ger\u00e4t wieder entfernt. Im Folgenden wird der deutsche Text der Gedenkplakette dokumentiert: \r\n\r\n\"Yaya Jabbi[1] wurde 1989 geboren und wuchs in Gambia, Westafrika, auf. Er lebte mit seiner Familie und ging zur Schule. Nach der Schule half er auf den Feldern der Familie. Die ganze Familie und alle Nachbar*innen mochten ihn, denn er hat immer Freude, Gl\u00fcck und Liebensw\u00fcrdigkeit geteilt. Er arbeitete hart und lernte gerne. Als er 15 Jahre alt war, entschied er sich eigenst\u00e4ndig, seine Bildung weiterzuf\u00fchren, und ging aus seiner Heimatstadt in eine weit entfernte Schule, um Islam und den Qur\u2019an zu studieren.\r\nIm August 2013 verlie\u00df er Gambia und ging nach Libyen. Im Oktober 2013 \u00fcberquerte er erfolgreich das Mittelmeer, um dem Krieg zu entkommen und ein besseres Leben zu finden. In Italien wohnte er zusammen mit seinem Bruder in einem Heim f\u00fcr Gefl\u00fcchtete. Als sein Bruder nach Deutschland ging, folgte Yaya ihm nach ein paar Tagen. Wieder wohnten sie zusammen in einem Heim in Halberstadt, in Ostdeutschland. Yaya versuchte, Arbeit zu finden und sich in Sachsen-Anhalt niederzulassen, aber er bekam keine Arbeitserlaubnis. Weil sie keine M\u00f6glichkeit sahen, in Sachsen-Anhalt ein Leben aufzubauen, kamen die Br\u00fcder nach Hamburg. Yaya kam im November 2014 an. Hier suchte er weiterhin nach Arbeit und fand eine Teilzeit-Stelle.\r\n\r\nYaya wurde am 14. Januar 2016 von der Polizei am Hamburger Berg festgenommen. Er wurde beschuldigt, 1,65 Gramm Cannabis zu besitzen. Vier Tage sp\u00e4ter wurde der nach Hahn\u00f6fersand gebracht. Kurz bevor er entlassen werden sollte, wurde er am 19. Februar 2016 tot in seiner Zelle gefunden. Laut Justizbeh\u00f6rde hat Yaya Suizid begangen. Laut Justizbeh\u00f6rde gab es jedoch im Vorwege keine Anzeichen einer m\u00f6glichen Suizidgefahr. Weder das so genannte Suizidscreening ergab dazu Anhaltspunkte noch berichteten die Beamten, die am Abend des 18. Februar 2016 gegen 18.30 Uhr die Zelle verschlossen, irgendetwas Auff\u00e4lliges.\r\n\r\nYaya war gl\u00e4ubiger Muslim und weder seine Familie, noch seine Freunde sahen ihn in Gefahr, Suizid zu begehen. Er wird von seiner Familie, seinen Freunden und seinen Nachbar*innen schmerzlich vermisst, die ihn als liebensw\u00fcrdige und f\u00fcrsorgliche Person liebten und respektierten.\r\n\r\nM\u00f6ge seine Seele in Frieden ruhen.\"\r\n\r\nfn1.Schreibweise seines Namens in den offiziellen Papieren: Jaja Diabi\r\n","created_at":"2020-12-19T17:58:26Z","creator":"Initiative in Gedenken an Yaya Jabbi","district":"St. Pauli","geo_relation":"Gambia; Libyen","id":113,"image":{"url":"/v1.0/uploads/placemark/113/yaya-diabbi.jpg","thumb":{"url":"/v1.0/uploads/placemark/113/thumb_yaya-diabbi.jpg"},"mini":{"url":"/v1.0/uploads/placemark/113/mini_yaya-diabbi.jpg"}},"image_credit":"Initiative in Gedenken an Yaya Jabbi","lat":"53.546586","layer_id":4,"lon":"9.957698","place":"Yaya Jabbi Circle","public":true,"published_at":null,"source":"Initiative in Gedenken an Yaya Jabbi","subtitle":"Der Kampf um ein w\u00fcrdiges Gedenken an Yaya Jabbi ","teaser":"Es ist nur ein kleiner Kreisverkehr in St. Pauli, doch der Kampf um die Benennung dieses Rondels nach Yaya Jabbi zeigt, wie schwer es noch immer ist, Rassismus und seine Opfer in Hamburg sichtbar zu machen. Der junge Mann Yaya Jabbi kam am 19. Februar 2016 unter ungekl\u00e4rten Umst\u00e4nden in der JVA Hahn\u00f6fersand zu Tode.\r\nDie politische Auseinandersetzung um einen Gedenkort f\u00fcr Yaya Jabbi wird von den Angeh\u00f6rigen und der Initiative in Gedenken an Yaya Jabbi fortgef\u00fchrt.","title":"Er suchte sein Gl\u00fcck und fand den Tod ","updated_at":"2021-01-09T19:49:10Z","url":"https://rememberjajadiabi.blackblogs.org/","user_id":134,"zip":"20359"}